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Der Kfz.-Veteranensport im MC Staaken-Falkensee

 

Der MC Staaken-Falkensee (folgend nur MC genannt) war eine Grundorganisation des

 ADMV ( Allgemeiner Deutscher Motorsport Verband). Dieser gliederte sich in

verschiedene Sektionen auf. Der Motorsport, der Tourenwagensport, die Touristik und

die Verkehrserziehung. Durch die zu erwartende Fertigstellung meines Motorrad-

Oldtimers entschloss ich mich dem MC im März 1980 beizutreten. Als Mitglied bekam

 man einen ADMV-Ausweis, der neben persönlichen Daten und Passbild auch genügend

 Raum für Beitragsmarken hatte.

k-ADMV Ausweis 1k-ADMV Ausweis 2

Eine Staffelung der Beiträge erfolgte je nach Fahrzeugart. Für PKW Besitzer

3,50 Mark monatlich und einer Spende von 7,00 Mark jährlich;

2,00M für Motorrad und 4,00 Mark Spende; 1,50 Mark ohne Fahrzeug und

 3,00 Mark Spende. Mein Ziel war es mit dem Motorrad an Oldtimerveranstaltungen

 teilzunehmen. Das ging nur als Mitglied des ADMV mit einer Fahrzeugzulassung. Und

 das gab es in der Motorsportdisziplin Kfz.-Veteranensport. Man musste bei der

 Fachkommission Kfz.-Veteranensport eine Dauerstartnummer beantragen. Die

 Anschrift war Halle z.Hd.Spfrd. Theodor Lühr. Zwei Fotos in der Größe 6x9 cm wurden

 dazu benötigt. Es gab im Jahr 2 techn. Abnahmen mit Punktbewertung. 1. MC Schleizer

 Dreieck und 2. MC Dresden-Nord. Jährlich wechselten die Zulassungsorte. Der

 Zulassungsantrag wurde mit einer vorläufigen Start-Nr. beantwortet. Somit durfte

 man schon einmalig vom Heimatort zur Veranstaltung und zurück auf eigener Achse

 fahren. Die Kommission überprüfte die Fahrtauglichkeit, den Zustand und die

 Originalität des Fahrzeugs. Nach erfolgreicher Abnahme bekam man eine „Kfz.-

Sportzulassung für Kfz.-Veteranen“ mit einer Dauerstartnummer, sowie den Angaben

 zum Fahrzeughalter, zum Fahrzeug und dem abgestempelten „Passfoto“ vom Fahrzeug.

k-Sportzulassung 1k-Sportzulassung 2

 Weiterhin war entsprechend der Fahrzeugbewertung die erreichte Punktzahl (max. 110

 Punkte bei vollständig originalem Zustand) eingetragen. Die Bewertung galt jeweils für

 5 Jahre. Für die verschiedenen Fahrzeugtypen gab es 8 Klassen.

Wertungsklassen:

Klasse 1 Krafträder bis       5 PS Baujahr bis 1930

Klasse 2 Krafträder bis      12 PS Baujahr bis 1930

Klasse 3 Krafträder über     12 PS Baujahr bis 1930

Klasse 4 Kraftwagen bis     20 PS Baujahr bis 1930

Klasse 5 Kraftwagen über    20 Ps Baujahr bis 1930

Klasse 6 Nutzfahrzeuge

Klasse 7 Krafträder ab    Baujahr 1931 bis 1950

Klasse 8 Kraftwagen ab   Baujahr 1931 bis 1950

Die erste Zahl der Startnummer bedeutete die Klasse, danach folgte eine

 Registrierungsnummer. 

k-Startnrk-Fahrerkarte vorn

(Dauerstartnummernschild)

Die Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr war natürlich begrenzt. Bei Vorliegen

 einer vom Veranstalter ausgegebenen Fahrerkarte durfte man vom Heimatort zum

 Veranstaltungsort und zurück fahren. Außerdem durften Probefahrten am Heimatort

 im Umkreis von max. 50 km vor Veranstaltungen durchgeführt werden. Dafür brauchte

 man auch keine Steuern und Versicherung bezahlen. Als Veranstaltungen galten Kfz.-

Veteranenrallyes in denen die Wettkampfbestimmungen der Anlage MSO Nr. 15 gültig

 waren und Kfz.-Veteranen-Sternfahrten bzw. -Treffen ohne Wettkampfbestimmungen.

 Die Veteranenrallyes waren Wertungsveranstaltungen zur „DDR-Bestenermittlung des

 ADMV der DDR“. Dazu benötigte man noch einen ADMV- Fahrerausweis der Klasse A.

Für die Bezirksbestenermittlung genügte der in Klasse B. Zusätzlich mußte ein Leistungs-

nachweis geführt werden, der die Teilnahme an den Veranstaltungen dokumentierte.

k-Leistungsnachweis

In der Klasse 6 wurde nicht gefahren. Im Jahr 1980 wurden 7 Wertungsläufe

 mit insgesamt 919 Nennungen gefahren. Registrierte Fahrzeuge gab es

 zu der Zeit 1319. Die Anschriftenkartei umfasste 819 Aktive. Die Anzahl in den

 einzelnen Klassen betrug : Klasse 1 = 125 ; 2 = 226 ; 3 = 222 ; 4 = 126 ; 5 = 91 ; 6 = 5 ;

 7 = 338 und Klasse 8 = 186 Fahrzeuge. Für 1981 verringerte man die Anzahl der

Wertungsläufe schon auf 5 Veranstaltungen. Sicherlich eine Auswirkung des

 Rohstoffmangels in der DDR. Der MC-Dresden-Nord durfte die Jubiläumsveranstaltung

 „20 Jahre Kfz.-Veteranensport“ als 6. Veranstaltung durchführen.

Nachdem ich meine Sportzulassung erhalten hatte ( mit 102 erreichten von 110

 möglichen Punkten war ich auch zufrieden), war der nächste Schritt logisch : beim MC

 eine Sektion Oldtimer zu gründen. Es gab in Falkensee und Umgebung noch einige Leute,

 die Interesse an Oldtimern hatten. Wir trafen uns schon häufig in einer Gaststätte und

 fachsimpelten über unser schönes Hobby. So kam es kurzerhand am 9.1.1981 zur

 Gründung der Sektion Oldtimer in Anwesenheit der Sportfreunde K.-P. Zimmermann, R.

 Kolecki, H. Kiesler, B. Petke, meine Wenigkeit und dem Vorsitzenden des MC Staaken-

Falkensee J.Sander.

k-Inserat Gründung 1980

(Artikel in der Märkischen Volksstimme zum Aufbau der Sektion)

Ich wurde zum Sektionsleiter gewählt und somit auch in die Leitung des MC.

  Unsere monatlichen Versammlungen fanden in einer Gaststätte statt. Ein

 kurzer offizieller Teil informierte über anstehende Termine und über das Clubleben.

 Unser Ziel war es den Oldtimersport bekannt zu machen, die gegenseitige Hilfe beim

 Aufbau von Oldtimern und die Beschaffung von Literatur und Dokumenten zur

 Restauration. Zum Ärger der übrigen MC-Leitung beteiligten wir uns nicht an den

 allgemeinen Versammlungen der anderen Sektionen und wurden deshalb mehrfach

 ermahnt. Einen ersten Arbeitsplan, jährlich vom MC gefordert, erstellten wir für 1982.

 Er beinhaltete die monatlichen Versammlungen, die Teilnahme an drei

 Sportveranstaltungen und die techn. Abnahme eines Oldtimerfahrzeuges. Die techn.

 Abnahme beim MC Oldtimer Potsdam für den Sportfreund R. Günther mit seiner

 Zündapp S 300 mit 106 Punkten erfolgte erst 1983. Der Zulauf an Oldtimerfreunden

 war groß, so dass wir zum Jahresende schon 17 Mitglieder waren. Der Wunsch nach

 einem eigenen Oldtimertreffen wurde laut und wir organisierten unser erstes Anfang

 September 1982 mit Erfolg. ( Siehe dazu die Fotoserie auf der Seite Eigene

 Oldtimertreffen) . Einen Stempel für offizielle Schreiben, von mir entworfen, war

 angenommen und gefertig worden.

k-Stempelentwurf(Stempelentwurf mit stilisiertem Holzlenkrad)

   Im DDR-Maßstab plante die Fachkommission in Halle für 1982

 wieder 6 Wertungsläufe und 2 technische Abnahmen in Potsdam und Dresden. Die

 Anzahl der neu zugelassenen Pkw betrug 35 und bei den Krädern 104, die Gesamtzahl

 stieg somit auf 1458 Fahrzeuge. Dem Zuwachs an Fahrzeugen entsprechend wurden

 auch die Abmessungen der D.-Startnummernschilder in Vereinbarung mit dem MdI-HA

 Verkehrspolizei geändert. So betrug das Format für 3 stellige Zahlen 150x210 mm und

 für 4 stellige Zahlen 180x210 mm. Die rührigen Mitglieder des MC Leipziger PS-

Veteranen brachten schon 1980 ein Clubmitteilungsblatt heraus. Das 3 Mann starke

 Team bestand aus der Redaktion Thomas Springer, dem Vertrieb Holger Kühne und der

 Gestaltung Gerd Schellenberg. Anfänglich waren es im Spiritusumdruckverfahren

 abgezogene und gefaltete Blätter. Es folgten Heftchen im A5 Format mit etwa 24

 Seiten. Schnell wurden die Mitteilungsblätter DDR-weit bekannt und beliebt. Die Clubs

 haben jeweils für ihre Mitglieder bestellt und es klappte auch regelmäßig mit der

 Lieferung. Inhaltlich gab es Fahrzeugvorstellungen, Berichte über Veranstaltungen,

 Restaurationstipps und eine Biete-Suche Rubrik uvm.

k-MC Leipzig 1k-MC Leipzig 2

(Nachdruck Ausgabe 1+2 in besserer Ausführung)

Ab Heft 12 und Heft 20 wurde

 jeweils die Titelseite geändert und die Seitenzahl auf 32 Seiten erhöht.

k-MC Leipzig 3k-MC Leipzig 5

 Im Dez. 1989erschien dann mit der Nr. 25 das letzte Heft.

 Auch im MC begann man ab März 1983

 
k-Kleeblatt Mitteilung

 gedruckte Mitteilungen auszugeben. Sie nannten sich Kleeblatt-Mitteilungen in

 Anlehnung an die Kleeblatt-Rennen auf dem Staakener Flugplatz. Das

 Redaktionskollegium bestand hauptsächlich aus den Sektionsleitern und dem MC-

Vorsitz. Unser zweites Oldtimertreffen führten wir dann am 24./25. September 1983

 durch. Mit 30 Fahrzeugen bei 53 Teilnehmern war es ein gelungenes Treffen. Der

 ADMV bezahlte für solche und andere Veranstaltungen finanzielle Zuschüsse

 ausschließlich an ADMV-Mitglieder. Diese Zuschüsse für Sportarbeit waren in der

 Anlage 102 zum Finanzhandbuch des DTSB festgeschrieben. So gab es Normative für

 An- und Abfahrt. Die Entfernung wurde in 6 Zonen eingeteilt; Zone 1 bis 50 km, Zone

 2: 51 bis 100 und weiter in 100 km Schritten. 6 Kategorien unterschieden sich in

 Fahrzeugart und Hubraum.

k-Tarif1

Auch der MC beteiligte sich an den Unkosten für Veranstaltungen.

Bei den Gesamtausgaben von 1855,85 M und den Einnahmen von

 1446,50 M erhielten wir vom MC die Differenz von 409,35 M. Solche finanzielle

 Unterstützung bekamen wir auch bei allen folgenden Veranstaltungen.

Der Mc beging 1984 sein 25 jähriges Jubläum. Aus diesem Anlass gab es schon im

Februar ein “Schiebebild für Pkw und Schutzhelm” käuflich zu erwerben.

k-MC Schiebeschild
Wir, die Sektion

 Oldtimer, organisierten fortan jährlich Oldtimertreffen, welche immer sehr gut

 besucht waren. Die Veranstaltungsorte wechselten auch nach Nauen (Stolpshof) und

 nach Hohen Neuendorf zum 90 jährigen Bestehen der FFW im Jahr 1988.

k-Inserat 1985 2
k-Inserat 1985 1
Hierfür

 hatte die Organisation unser Sportfreund Th. Braeckel übernommen. Eine Änderung

 erfolgte für 1985 innerhalb der techn. Abnahmevorschriften. Die erreichbaren

 Gesamtpunkte betrugen fortan 100 Punkte. Der registrierte Fahrzeugbestand beträgt

Ende 1983 1945 Fahrzeuge davon 1371 Kräder und 574 Pkw. Zum Ende 1986 erhöhte

 sich die Anzahl der zugelassenen Kfz.-Veteranenfahrzeuge wiederum auf 2420 davon

 685 Pkw und 1735 Kräder. Die Mitgliederzahl in unserer Sektion Oldtimer wuchs stetig

 bis auf 42 Personen an. Davon waren 16 im Besitz von Kfz-Oldtimern. Aktiv, d.h. zu

 Versammlungen kamen etwa nur 20 Personen regelmäßig. Bis zum Oktober 1990 trafen

 wir uns monatlich in insgesamt 101 Versammlungsterminen. Die Wende im November

 1989 brachte auch viele Veränderungen im MC mit sich. Wir knüpften Verbindungen zu

 (West)-Berliner Oldtimerfreunden, die uns sehr freundlich empfingen. Der ADMV

 trennte sich vom DTSB im März 1990 und wandelte sich ab 12. April in einen

 eingetragenen Verein um. Zum Ende des Jahres beendeten wir als Sektion Oldtimer

 unsere Zugehörigkeit zum MC.

 k-Inserat E-Dietmar

 

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